Qualitative Untersuchung von Mischwasserentlastungen in Bayern

Kurzbeschreibung

In einem umfangreichen Monitoringvorhaben wurden über einen Zeitraum von drei Jahren Untersuchungen an Mischwasserentlastungen in Bayern in drei Messkampagnen durchgeführt. An 10 Mischwasserentlastungen (sechs Durchlaufbecken, zwei Fangbecken, zwei Stauraumkanäle) wurden insgesamt 164 Ereignismischproben mit Feststoffsammlern genommen und auf konventionelle Abwasserparameter, sowie 12 Schwermetalle und 34 organische Mikroschadstoffe analysiert. An zwei Durchlaufbecken und einem Fangbecken wurde der Gesamtwirkungsgrad der Mischwasserbehandlung in Bezug auf den Feststoffrückhalt untersucht. Dazu wurden zusätzliche Probenahmestellen im Anlagenzulauf eingerichtet. Weiterhin wurden an insgesamt vier Anlagen (zwei Durchlaufbecken, ein Stauraumkanal, ein Fangbecken) zeitlich aufgelöste Messungen mit automatischen Probenehmern zur Konzentrationsdynamik ausgewählter Parameter während Entlastungsereignis-sen durchgeführt.

Die Messergebnisse erlauben eine verbesserte Einschätzung der aus Mischwasserentlastungen resultierenden stofflichen Belastungen für Einleitgewässer und bilden eine Grundlage für die Maßnahmenplanung im Rahmen der Gewässerbewirtschaftung nach Wasserrahmenrichtlinie. Aus den Daten wurden standortspezifische, sowie für Bayern insgesamt verwendbare, repräsentative Stoffkonzentrationen abgeleitet.

Der Erfolg der Mischwasserbehandlung äußert sich in Form hoher Gesamtwirkungsgrade für den Feststoffrückhalt und der Einhaltung zulässiger Frachtausträge (AFS63) an den untersuchten Anlagen. Gleichzeitig wird aus den ermittelten Stoffeinträgen einiger organischer Schadstoffe ersichtlich, dass weitere Maßnahmen sinnvoll sein können. Mischwasserentlastungsabflüsse sind belastet mit schmutzwasserbürtigen sowie von Oberflächen abgespülten Schadstoffen und tragen relevante Frachtanteile zur Gesamtemission von Schwermetallen, PAK und Phosphor bei.

Projektpartner waren die UFT Umwelt- und Fluid-Technik Dr. H. Brombach GmbH, die Bioplan Landeskulturgesellschaft und das DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW).

Bild
Aufbau der Probenahme an einer Mischwasserentlastungsanlage