Home | english  | Impressum | Sitemap | KIT

MoRE (Modeling of Regionalized Emissions)

MoREManual   MoREDeveloper   MoREVisualizer

 

Die Richtlinie 2008/105/EG (Umweltqualitätsnormen) des Europäischen Parlaments und des Rates fordern von den Mitgliedsstaaten eine Bestandsaufnahme der Emissionen, Einleitungen und Verluste von prioritären Stoffen für alle Flussgebietseinheiten (EU, 2008). Diese Aufgabe erfordert geeignete Daten und Ansätze für die Beschreibung des aktuellen Zustandes der Gewässer und die Evaluierung von geeigneten Maßnahmen für die Reduktion von Stoffeinträgen in die Gewässer zur Erreichung eines guten ökologischen Zustandes der Oberflächengewässer.

Ausgehend von diesen Anforderungen wurde das bewährte Modellsystem MONERIS, welches zur Modellierung von Nährstoffeinträgen in die Gewässer entwickelt wurde (Behrendt et al., 1999) für die Modellierung von Schadstoffeinträgen angepasst und in einer Open Source Umgebung als Flussgebietsmanagementsystem MoRE (Modelling of Regionalized Emissions) umgesetzt.

Im Modellsystem sind die folgenden Eintragspfade implementiert: kommunale Kläranlagen, industrielle Direkteinleiter und Einträge aus historischem Bergbau als Pfade mit punktförmigen Quellen sowie folgende Eintragspfade mit diffusen Quellen: Kanalisationssysteme, Oberflächenabfluss, Erosion, Grundwasser, Dränagen, direkte atmosphärische Depositionen auf die Gewässeroberfläche sowie Binnenschifffahrt. Zusätzlich zu der Modellierung von Einträgen in die Gewässer wird eine Abschätzung der Gewässerfracht auf Basis der Gesamteinträge und einer stoffabhängigen Retention vorgenommen. Die Modellierungsansätze sowie die Herkunft von Eingangsdaten sind ausführlich in Fuchs et al. (2010) erläutert.

Das Flussgebietsmanagementsystem MoRE basiert auf einer open source PostgreSQL/SQLite-Datenbank, einem generischen Rechenkern und zwei Benutzeroberflächen: MoRE Developer und MoRE Visualizer (Abbildung 1). Die Benutzeroberflächen wurden für die Interaktion mit der Datenbank entwickelt. Der Inhalt der Datenbank kann mit Hilfe der Benutzeroberfläche MoRE Developer gelesen, verändert und erweitert werden. Die Modellierung erfolgt über einen generischen Rechenkern, der über die Benutzeroberfläche MoRE Developer angesteuert wird und eine dynamische Verbindung zur Datenbank hat. Die Ergebnisse der Modellierung können entweder als Tabelle im MoRE Developer ausgegeben und in einem GIS-Browser (MoRE Visualizer) in Kartenform sowie in Form von Diagrammen visualisiert werden. Nutzer können auf zwei verschiedene Art und Weisen mit MoRE arbeiten: auf Basis eines Multi-user-Zugangs in der PostgreSQL-Datenbank über das Internet oder als Einzelplatzanwendung auf dem PC.

Weitere Informationen zu MoRE entnehmen Sie bitte der folgenden Veröffentlichung:
Fuchs, S.; Kaiser, M.; Kiemle, L.; Kittlaus, S.; Rothvoß, S.; Toshovski, S.; Wagner, A.; Wander, R.; Weber, T.; Ziegler, S. (2017): Modeling of Regionalized Emissions (MoRE) into Water Bodies: An Open-Source River Basin Management System. Water 2017, 9, 239, doi:10.3390/w9040239.

 


Abbildung 1: Systemarchitektur des Flussgebietsmanagementsystems MoRE

 

Quellenangaben:

Behrendt, H., Huber, P., Kornmilch, M, Ley, M., Opitz, D., Schmoll, O., Scholz, G. & Uebe,R. (1999): Nährstoffbilanzierung der Flußgebiete Deutschlands. UBA-Texte, 75/99

EP (Europäisches Parlament und Rat) (2008): Richtlinie 2008/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik

Fuchs, S., Scherer, U., Wander, R., Behrendt, H., Venohr, M., Opitz, D., Hillenbrand, Th., Marscheider-Weidemann, F., Götz, Th. (2010): Berechnung von Stoffeinträgen in die Fließgewässer Deutschlands mit dem Modell MONERIS. Nährstoffe, Schwermetalle und Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. UBA-Texte 45/2010, Dessau