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Nutzerorientierte Abwasseraufbereitung in Entwicklungs- und Schwellenländern - Technologien, Projektrealisierung, Bildungskonzepte

Nutzerorientierte Abwasseraufbereitung in Entwicklungs- und Schwellenländern - Technologien, Projektrealisierung, Bildungskonzepte
Ansprechpartner:

Prof. h.c. Dipl.-Ing. Erhard Hoffmann
Dipl.-Ing. Klaus Litty

Projektgruppe:Abteilung 1

Kurzbeschreibung

 

Ziele und Methoden der Forschungsarbeit

Ziel der Forschungsarbeit ist es, Bestand von und Bedarf nach Abwassertechnologie in Entwicklungs- und Schwellenländern am Beispiel Indien und China darzustellen. Neben den rein technischen Erfordernissen, die sich aus Art und Zusammensetzung, sowie dem angestrebten Behandlungsziel ergeben, sollen vor allem Faktoren wie Bildungsstand, Sozialgefüge und kultureller Hintergrund im weitesten Sinne mit einbezogen werden. Es soll erfaßt werden, inwieweit der Betrieb von abwassertechnischen Anlagen vor dem Hintergrund dieser Rahmenbedingungen optimiert werden kann, um zum einen bessere Anlagenleistungen und zum anderen längere Maschinenstandzeiten zu erreichen. Grundlage des Forschungsvorhabens ist eine umfangreiche Datenerhebung in Indien, China und Deutschland. Dazu werden zum einen Leitfadengestützte Experteninterviews mit Experten aus der Siedlungswasserwirtschaft in den jeweiligen Ländern geführt. Zum anderen werden Klärwerke besucht und Informationen zum Anlagenbetrieb erfaßt, wobei eine Befragung der Klärwerksmitarbeiter anhand eines speziell entwickelten Fragebogens erfolgt. Die erhobenen Daten aus den Ländern werden ausgewertet und miteinander verglichen. Parallel dazu erfolgt die Sammlung von Informationen zu Bestand und Bedarf nach Abwassertechnologie, sowie zur Umsetzung von Projekten der Siedlungswasserwirtschaft in den jeweiligen Ländern.

Aktueller Stand der Forschungsaktivitäten

Die Datenerhebung in Indien, Deutschland und China ist abgeschlossen. Die erste Auswertung der Befragungen zeigt, daß im Bereich Fachwissen und Arbeitsmotivation teilweise große Defizite zu verzeichnen sind. Die Gründe hierfür müssen in einem extrem komplexen Geflecht aus Prioritätensetzung im Bildungswesen, Religion, Kastenwesen – ja kulturellen und politischen Hintergrund allgemein gesehen werden. Um Möglichkeiten der Verbesserung der Situation auszuloten, wurde in Indien ein Pilotversuch zur Mitarbeiterschulung auf Klärwerken durchgeführt. Gegenwärtig erfolgen die Endauswertung der gesammelten Informationen, sowie die Formulierung von Schlußfolgerungen.

Artikel in UniKath 03/2007: "Ohne Wissen nutzt die beste Technik wenig."