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Pilotprojekt Regenwasserbehandlung Retentionsbodenfilter Mörsch

Pilotprojekt Regenwasserbehandlung Retentionsbodenfilter Mörsch
Ansprechpartner:

Dr.-Ing. S. Fuchs
Dipl.-Chem. M. Wilhelm

Projektgruppe:Abteilung 2

Kurzbeschreibung

 

Die derzeitige Praxis der Regenwasserbehandlung in Misch- und Trennsystemen ist gekennzeichnet durch den Bau und Betrieb von Regenüberläufen, Regenüberlaufbecken, Stauraumkanälen und Regenklärbecken. In den Mischsystemen basiert das Gewässerschutzkonzept im wesentlichen auf einer vorübergehenden Zwischenspeicherung und der nachfolgenden Mitbehandlung auf den Kläranlagen. Eine zusätzliche mechanische Reinigung der entlasteten Volumenströme kann in Durchlaufbecken und Stauraumkanälen mit unten liegender Entlastung durch Sedimentationswirkung erreicht werden. Bezogen auf Nähr- und Zehrstoffe und unter der Annahme eines hohen Ausbaugrades kann durch dieses Konzept frachtbezogen eine bedeutende Belastungsminderung für die Vorflutgewässer erreicht werden. Es ist hierbei zu berücksichtigen, daß im Mischsystem bis zu 85% des Jahresabwasseraufkommens (Schmutz-, Fremd- und Regenwasser) den Pfad über die Kläranlagen nehmen. Dennoch ist festzuhalten, daß in bezug auf sauerstoffzehrende Stoffe und Ammonium nach wie vor Konzentrationsspitzen auftreten, die zu einer bedeutenden Gewässerbelastung führen können. Ein effektiver Rückhalt partikulärer Frachten und der damit verbundenen Schadstofffrachten kann durch die genannten Einrichtungen häufig nicht geleistet werden.
Durch den Einsatz von bewachsenen Retentionsbodenfiltern kann die Leistungsfähigkeit der Regenwasserbehandlung in begründeten Fällen erheblich gesteigert werden. Dies bezieht sich sowohl auf die abfiltrierbaren Stoffe und die daran assoziierten Schadstoffe als auch auf biologisch abbaubare gelöste Stoffe. Des weiteren wird die hydraulische Belastung des Vorfluters durch die Retentionswirkung der Filterbecken gemindert.
In Baden-Württemberg werden Bodenfilteranlagen seit ca. 10 Jahren betrieben. Die ersten Filterkörper wurden aus bindigem Material hergestellt. In jüngerer Zeit werden Filterkörper mit Sand aufgebaut. Die Leistungsfähigkeit bzw. –grenzen derartiger Filter sowie ihr Langzeitverhalten ist Gegenstand aktueller Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, da eine Reihe von praxisrelevanten Fragen beim heutigen Stand der Kenntnisse nicht zu beantworten ist. Einem Teil dieser offenen Fragen soll an der Retentionsbodenfilteranlage in Rheinstetten-Mörsch nachgegangen werden.