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Qualitative Untersuchung von Mischwasserentlastungen in Bayern

Qualitative Untersuchung von Mischwasserentlastungen in Bayern
Ansprechpartner:

M. Eng. Jan Philip Nickel
Dr.-Ing. Stephan Fuchs

Förderung:

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Bayerisches Landesamt für Umwelt

Starttermin:

09/2015

Endtermin:

11/2019

Kurzbeschreibung

Aufbau der Probenahme an einer Mischwasserentlastungsanlage
Aufbau der Probenahme an einer Mischwasserentlastungsanlage

Entlastungsabflüsse aus Mischwasserbehandlungsanlagen sind belastet mit einer Vielzahl von Zehr-, Nähr- und Schadstoffen, darunter prioritäre Stoffe gemäß Richtlinie 2013/39/EG. Sowohl verschiedene Monitoringstudien, als auch Stoffeintragsmodellierungen für deutsche Oberflächengewässer weisen auf eine hohe Relevanz von Mischwasserentlastungen als Eintragspfad für Schadstoffe aus Siedlungsgebieten in Oberflächengewässer hin. Der aktuelle Kenntnisstand hinsichtlich repräsentativer, flächendeckender Schadstoffkonzentrationen und -frachten ist jedoch insbesondere für Mikroschadstoffe begrenzt.

Im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanzierten und vom Bayerischen Landesamt für Umwelt durchgeführten Vorhabens „Qualitative Untersuchung von Mischwasserentlastungen in Bayern“ werden an zehn Mischwasserbehandlungsanlagen in Bayern Untersuchungen durchgeführt, mit dem Ziel der Ermittlung einer Datenbasis zur Abschätzung der mittleren aus Mischwasserentlastungen resultierenden Schadstoffbelastung. Nach der Auswahl von zehn geeigneten Entlastungsanlagen wird zunächst deren Ablauf bei Entlastungsereignissen beprobt. Die Probenahme erfolgt abflussproportional mit bis zu 1000 L fassenden Sammelbehältern, sogenannte Feststoffsammler. Das große Probevolumen ermöglicht die Erfassung repräsentativer Mischproben von Entlastungsereignissen, sowie ausreichender Probemengen für eine umfassende Schadstoffanalytik. Das Parameterspektrum umfasst neben konventionellen Abwasserparametern (Abfiltrierbare Stoffe, Chemischer Sauerstoffbedarf, Phosphor, Stickstoff etc.), Schwermetalle, Pestizide und Biozide, Pharmazeutika und weitere Mikroschadstoffe (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, Mineralölkohlenwasserstoffe und Weichmacher).

Im weiteren Verlauf des Projektes soll an drei Regenbecken zusätzlich zum Ablauf der Zulauf beprobt werden, um Daten für eine Feststoffbilanzierung zu generieren, die eine Abschätzung der Anlagenwirksamkeit ermöglicht. Ziel einer weiteren Messkampagne ist die Ermittlung der Dynamik von Entlastungsereignissen mit Ganglinienprobenehmern.

Projektpartner sind die Fa. UFT – Umwelt und Fluidtechnik Brombrach, die Bioplan Landeskulturgesellschaft und das Technologiezentrum Wasser (TZW).