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Entwicklung eines Bilanzierungsinstruments für den Eintrag von Schadstoffen aus kommunalen Kläranlagen in die Gewässer

Entwicklung eines Bilanzierungsinstruments für den Eintrag von Schadstoffen aus kommunalen Kläranlagen in die Gewässer
Ansprechpartner:

Dipl.-Geoökol. Snezhina Toshovski
Dr.-Ing. Stephan Fuchs

Förderung:

Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Länder ko-finanziertes Vorhaben

Starttermin:

06/2013

Endtermin:

06/2014

Kurzbeschreibung

Im Jahr 2013 muss Deutschland ein Inventar der Einleitungen, Emissionen und Verluste prioritärer Stoffe erstellen. Für viele Stoffe ist das kommunale Abwassersystem, sowohl über Einleitung gereinigten Abwassers als auch über Mischwasserentlastungen und Regenwassereinleitungen ein sehr wichtiger Eintragspfad.

Mit dem Modell MoRE (Modeling of Regionalized Emissions) steht ein bewährtes Instrument für die regionalisierte Pfadanalyse zur Verfügung, das auch das kommunale Abwassersystem umfasst. Eine Voraussetzung für die Modellanwendung und –weiterentwicklung ist, dass auf der Emissions- und Immissionsseite adäquate Eingangsdatensätze vorliegen.

Eine Zusammenstellung und Überprüfung der bundesweit vorliegenden Daten zu Konzentrationen prioritärer Stoffe zeigt allerdings, dass große Teile dieser Daten nicht geeignet sind, um zu einer realitätsnahen Einschätzung der über das kommunale Entwässerungssystem emittierten Schadstofffrachten zu kommen. Das liegt zum Teil daran, dass entsprechende Standardanalyseverfahren nicht entwickelt bzw. noch nicht genormt sind. Zum anderen ist zu berücksichtigen, dass die Überwachungsprogramme im Wesentlichen auf andere Fragestellungen ausgerichtet sind und nicht zwangsläufig empfindliche Analysenverfahren zur Anwendung kommen. Letztlich muss in Betracht gezogen werden, dass die Abwasserüberwachung im Wesentlichen auf (qualifizierte) Stichproben zurückgreift und insofern ein zeitlich wechselndes Abflussgeschehen nicht umfassend dokumentieren kann.

Die Berechnung von Stoffeinträgen auf Basis von für diese Fragestellung nicht geeigneten Daten führt zu eklatanten Fehleinschätzungen der Emissionsanteile verschiedener Verursacher und damit zu einer falschen Prioritätensetzung bei der Planung und Umsetzung von umweltentlastenden Maßnahmen.

In diesem Zusammenhang sind die Ziel des Projektes, in einer zeitlich begrenzten Untersuchungsphase Methoden zu entwickeln, mit deren Hilfe im Rahmen von kampagnenbezogenen Messungen (Projekten) mit vertretbarem Aufwand belastbare Aussagen zu Abwasserkonzentrationen und -frachten prioritärer Stoffe gewonnen werden können. Im Ergebnis soll eine Handlungsempfehlung in Bezug auf Probenahmestrategien, Probenaufbereitung und Analyseverfahren bereitgestellt werden. Über die Stoffgehalte im Zu- und Ablauf der Kläranlagen sowie in Klärschlämmen soll das Umweltverhalten der untersuchten Stoffe beschrieben werden, um auch für die urbanen Pfade Mischwasserentlastung und Regenwassereinleitung realitätsnahe Emissionsfaktoren ableiten zu können. Durch die Evaluierung und Auswertung der national und international verfügbaren Datensätze und die Nutzung der Daten aus diesem Vorhaben sollen erste valide Emissionsfaktoren (Eintragspfade Kläranlagen, Mischwasserentlastungen, Regenwassereinleitungen) für prioritäre Stoffe abgeleitet werden.

In der Summe sollen die geplanten Untersuchungen zu einer deutlichen Verbesserung der Stoffeintragsmodellierung auf Flussgebietsebene und damit zur Erfüllung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie nebst Tochterrichtlinien beitragen.

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Personengesellschaft BIOPLAN-Landeskulturgesellschaft (Sinsheim-Steinsfurt) bearbeitet.